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solo show "Transformator" at gallery Schierke Seinecke, Frankfurt, Germany, June 2026

May 6
2 min read

Updated: Jun 16

Mit der Ausstellung „Transformator" präsentiert SCHIERKE SEINECKE die dritte Soloshow von Ralf Brueck. Der ehemalige Becher-Schüler, der sein Studium als Meisterschüler von Thomas Ruff absolvierte, gilt heute als einer der konsequentesten Erneuerer der Düsseldorfer Fotoschule. Der Ausstellungstitel ist dabei Programm: Er beschreibt eine der zentralen Techniken, mit denen Brueck die Grenzen des Mediums Fotografie radikal verschiebt.


Im Zentrum von TRANSFORMATOR steht ein Verfahren, das in Ralf Bruecks Werk seit den Serien Distortion und Dekonstruktion immer wieder auftaucht: die systematische Verschiebung fotografischer Evidenz durch modulare Rekombination, Spiegelung und Rotation. Durch die Spiegelung verliert das Motiv seine Richtung, seine historische Lesbarkeit; durch die Drehung um die Achse verschiebt sich der Wahrnehmungsrahmen, und das zuvor Vertraute öffnet sich zu einem neuen, autonomen Gefüge. Eine Transformation funktioniert nur, wenn auf den ersten Blick ein anderes Bild entsteht!


Spiegelung und Rotation fungieren als analytische Werkzeuge und erzeugen eine zweite Wirklichkeit – eine, die im Ausgangsbild bereits latent vorhanden war, verborgen in Struktur, Perspektive und Symmetrie, aber erst durch die präzise Intervention des Künstlers hervortritt. Daraus ergibt sich, dass jede fotografische Glaubwürdigkeit eine Konstruktion ist, deren Bedeutung sich mit dem Blickwinkel verändert. Transformation ist für Ralf Brueck kein formales Spiel, sondern eine künstlerische Haltung, die aus der Verschiebung des Blicks entsteht und dem fotografischen Bild neue Komplexität verleiht.


TRANSFORMATOR bezeichnet weniger ein Thema als den Prozess der Umwandlung. Das Bild wird zum Labor. Seit der Moderne erscheint Spiegelung in der Kunst immer wieder als Mittel, um Ordnung, Selbstbezug und Wahrnehmungsverschiebung zugleich zu verhandeln. Besonders in der Geschichte der Fotografie und der digitalen Bildbearbeitung gehören Experimente damit bereits zu den grundlegenden Verfahren der Kunst – von surrealistischen Montagen über konstruktivistische Fotogramme bis zu algorithmischen Manipulationen, weil sie Bildräume nicht nur ordnen, sondern Wahrnehmung selbst zum Thema machen. Die Symmetrie stiftet zunächst formale Klarheit und Geschlossenheit; zugleich erzeugen minimale Verschiebungen und Abweichungen jene Irritation, die das Bild vor statischer Eindeutigkeit bewahrt. Gerade in diesem Spannungsverhältnis von Ordnung und Verunsicherung entfalten die Arbeiten von Ralf Brueck ihre eigentliche Komplexität.


opening 12. June 2026 / 7 pm

exhibition runs until 18. July 2026

Gallery Schierke Seinecke

Petersstrasse, Frankfurt




 
 
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